Anyville, Lobster Club und andere

Ort: Zoom, Schrobenhausen, Datum: 18.12.2009

Es ist Freitag Abend und ich komme kurz nach 8 Uhr im Jugendzentrum "Zoom" an. Und wie ich feststellen muss, spielt die erste Band schon. Also hab ich mich meiner Winterausrüstung (Jacke, SV-Steingriff-Schal und Handschuhe) entledigt und am Tresen noch schnell was zu trinken geordert. Jetzt kann ich mich ins Getümmel stürzen, dachte ich noch.

Doch was müssen meine Augen sehen, nur etwa 15 Leute vor der Bühne. Hoffentlich werden das noch mehr. Auf der Bühne Stehen 3 Kids zwischen 15 und 17 Jahren, welche sich "The Red Heads" nennen, konnte ich wenig später erfahren. Die Drei haben sichtlich Spass und können mit ihrer Mischung aus Grunge, Rock und etwas Punk das Publikum schon jetzt überzeugen. Mir ist sofort der junge Bassist mit seinen "Sex Pistols-Shirt" aufgefallen. Er und seine zwei Bandkollegen geben alles und können sich zum Ende hin immer mehr steigern, was wahrscheinlich auch daran liegt, das jetzt langsam mehr Leute vor der Bühne werden. Es war wirklich ein feiner Auftritt den die drei für ihr Alter abgeliefert haben und ich hoffe das sie weiterhin viel Spass am musizieren haben und das man noch viel von ihnen hört. Mir hat es wirklich gefallen.

Als nächstes kamen "Empty V" auf die Bühne unseres Juzes. Sie selbst bezeichnen Ihren Sound als "undefinierbaren Rock", der grundsolide gespielt wurde. Aber mir hat hier etwas Power gefehlt, so dass ich beschlossen hab mich lieber im Vorraum mit einigen Freunden und Bekannten welche ich eine ganze Zeit lang nicht gesehen hab zu unterhalten.

Nun kam als drittes "Junuh" auf die Bühne und gab in bester Singer/Songwriter-Manier seine 4 Songs, die das tägliche Leben beschreiben, zum Besten. Mir hat es sehr gut gefallen und den immer mehr werdenden Publikum auch.

Sozusagen als Co-Headliner für diesen Abend kamen etwa um halb 11 "The Heasitators" auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Mit ihren Mundart-Rock, der selbstverständlich auf bayrisch vorgetragen wurde konnten sie das Partyvolk nun endgültig in ihren Bann ziehen. Die Lieder der Band handeln von unseren alltäglichen Schrobenhausener Kleinstadtleben. Über Weiber, Partys und dem "Sig" (eine beliebte Kneipe hier in Spargeltown) wurde bayrisch, ehrlich, originell und auch witzig gesungen. Dabei war es meines wissen erst der zweite richtige Auftritt der sypatischen Band. Wirklich gut.

Kurz vor halb 12 betraten nun "Anyville" die Bühne. Gleich bei den ersten Tönen war es klar, das hier wirklich der passende Headliner für den Abend zu hören und sehen ist. Ihr Posthardcoresound, der laut und intensiv, ruhig und melancholisch, schön und traurig, stark und zerbrechlich ist, war durchaus melodisch und mit Ohrwurmcharakter. Aber vor allen hat er richtig geknallt. Er kam mit Druck aus den Boxen. Selten hab ich hier im "Zoom" solch fetten Sound mitbekommen. Alles in allen, war dies ein wirklich gelungener Abend und mit 100 Gästen auch ok, zumal wenige Meter weiter, in der Stadthalle noch eine andere Veranstaltung war. Ich freue mich schon auf Samstag, denn dann kommt der zweite Teil des Festivals und bis dahin höre ich mir den dritten Teil des "SOB rocks Earth"-Samplers an, welcher hier ja releast wird.

TEIL 2

Am Samstag war ich bereits kurz nach 19 Uhr in unseren Jugendzentrum um mir auch den zweiten Tag des Festivals zu geben. Etwa um 19 Uhr 30 fingen dann „Anozira“ an zu spielen. Ich war sichtlich überrascht, denn die Jungs haben in den letzten 3 Jahren echt dazugelernt. Sie beherrschen ihre Instrumente deutlich besser und können auch mit Ihren Zusammenspiel überzeugen. Sie können mit ihren hardcore-beeinflussten Rock das Publikum zum tanzen bringen.

Danach betraten zuerst „Rise Of Salvation“ und dann „Fallen Dice“ die Bühne. Ich habe von beiden Bands leider nicht viel mitbekommen, da ich es hier vorgezogen hab mich mit einigen wichtigen Leuten aus der überregionalen Musikszene zu unterhalten. Aber wie ich mitbekam konnten beide Bands mit ihren Metalcore das Publikum zum feiern bringen.

Als viertes kam „Matou“ mit seinen zeitweise auch jazzigen Slow Emotion Pop. Er brachte seine Songs sehr gefühlvoll rüber und war für viele Kids auch eine Erholung nach den anderen Bands. Mir hat es jedenfalls wirklich gut gefallen.

Als vorletztes kamen nun „Beat The Froster“. Sie konnten mit Songs wie „Water & Wine“ das Publikum sichtlich überzeugen.

Doch viele haben auf „Lobster Club“ gewartet.und diese kamen kurz vor halb 12 nun endlich auf die Bühne. Mit ihren Bluesrock hatten sie von Anfang an die Meute unter Kontrolle. Wie gewohnt gab der „Cecky“ mit seinen Jungs alles. Sie spielten einen Klassiker nach den anderen und ich muss sagen, das sie zumindest für mich die beste Band des ganzen Festivals waren.

  (von Mutant77)
Mutant77


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