AUS DEM NICHTS (Fatih Akin)

Veröffentlichung: 23.11.2017, Medium: Film

AUS DEM GEDÄCHTNIS

Die GdNF (Gesinnungsgemeinschaft der Neuen Front) umfasste als eine Rekrutierungsoffensive der FAP (Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei) die ostdeutschen Neonazi-Gruppen der DA (Deutsche Alternative), NF (Nationalistische Front) und NO (Nationale Offensive).
Die US-amerikanischen „Hammerskins“ waren noch bevor B&H (Blood&Honor) weitflächig Fuß fassten das wohl bedeutenste Sammelbecken für die militantesten Neonazis, die mit Mordabsichten.
Einige Neonazis schlossen sich in den anfänglichen 1990er Jahren den Faschistenbatallionen der Ustaschaanhänger im Jugoslawienkrieg an. Dieser wurde maßgeblich entfacht durch Millionen „Wirtschaftshilfe“ der BRD nach Nordalbanien unter Außenminister und vormaligem BND-Chef Klaus Kinkel an dortige Seperatisten die bereits in Bundeswehruniformen (kein Witz) trainierten: Völkisches Kalkül des Großdeutschen Imperialismus die Europapläne der Nazis (Bsp.: Schäuble) durchzusetzen nach denen ein „Kerneuropa“ von Agrar- und Armutszonen zu umgeben sei.

Hoyerswerda war der Geburtsort des Nazivordenkers Sebottendorf und das dortige Pogrom 1991 muß als Fanal einer Neugründung der NSDAP begriffen werden. Da heraus erst erklärt sich dann Mölln, Solingen, Mannheim, Rostock, Lübeck usw: Die Grundlage dafür war damit gelegt worden, auch wenn sicherlich allgemein ein gesellschaftliches Klima vorherrschte dessen Zeichen eindeutig auf Krieg standen: In Bierzelten der Bürger wurde 1990 „Deutschland über Alles“ gesungen; und es waren nicht nur die Wahlerfolge der REPs (Republikaner) mit SS-Mann Schönhuber vorneweg sondern ein hetzerischer Klassenhass von Oben der offen die Generalmobilmachung vorantrieb.
Das „Europa der Vaterländer“´92 mit vermeintlich nunmehr „offenen Grenzen“ bedeutete etwa die Westgrenze, an welcher zuvor 5 Km Sondergesetzzone in den Grenzregionen galten auf 30 Km zu erweitern und somit ins Inland zu verlegen: Militarisierung, Bau von Kasernen, Dauerüberwachung. In England wurde die „Tötungsfahndung“ eingeführt („Shoot to kill“: ohne Haftbefehl oder Urteil einfach abknallen). Adel und Klerus vollstreckten in Ostdeutschland Siegerjustiz: Das Edelgeblüt einte das Land ideologisch als moralische Herrschaftselite, Sozialismus als Diktatur zu verteufeln.

Ebenso wie jahrzehntelang im Land lebende Migranten sich begannen ernsthafter zu ängstigen und gar an Verlassen des Landes dachten so häufig wie alltäglich „Ausländer Raus“ allgegenwärtiger wurde erfasste die Kids regelrechter Hass. Es wurde erwägt Autokonvois nach Ostdeutschland aus sogar dem tiefsten Westen noch mit bis zu 50 PKW zu mobilisieren: vor allem türkischstämmige Jugendliche Erwachsene machten zB.als Streetgangs Ernst. Baseballschläger in´n Kofferraum, los.
Bsp.zog es eine Streetgang aus Berlin vor während der GroßDemo nach dem Pogrom in Rostock die Nebenstraßen, umliegende Umgebung zum Kriegsgebiet zu erklären, zum Angriff überzugehen. Am 20.April, „Führers“Geburtstag, fanden im 1990er Großdeutschland landesweit Neonazipartys statt und es zog in Berlin und anderswo 10.000 voller Wut auf die Straße, dagegen zu kämpfen.

Nachdem 1990 herauskam dass die NATO über Jahrzehnte faschistische Neonazisöldner rekrutiert hatte um gemäß der „Werwolf-Taktik“(Sabotageakte im besetzten Land) Anschläge zu verüben die als „False Flag“ Linken Gruppen angelastet geeignet wären repressivere Gesetze durchzusetzen ist diese Struktur angeblich, offiziell aufgelöst worden, jedoch gab es in Folge einige „Überfälle“ auf Depots der Bundeswehr bei welchen Waffen erbeutet wurden die „nicht aufgeklärt werden konnten“ und es gilt zu mutmaßen dass vielmehr eine Bewaffnung, eine logistische Unterstützung durch den Staat bzw. einem diesen innewohnenden „Tiefen Staat“ (siehe „Stay Behind“; „Gladio“) stattfand. Die „Werwolf-Taktik“ der Nazis war als Verfüglichkeit über Truppen und Waffen/Sprengstoffdepots die Grundlage die „Organisation Gehlen“ als späteren BND aufzubauen: Als DIE NS-Kontinuität.

Geht man davon aus dass der „Stay Behind“-Struktur mit Wegfall des West/Ost-Konflikts eine neue Aufgabe zukam so wäre in den Neonazisöldnern des Jugoslawienkriegs bis hin zur aktuellen, akut bedrohlichen Situation der Rekrutierung von Faschisten in Nazibatallione in der Ukraine mithin ein denkbarer Fortbestand jener NATO-Terroristen zu sehen: die Frontlinie entlang dieser Hintergründe.
Man kann aber auch die allgemeingesellschaftliche Entwicklung bereits unter diesen Vorzeichen schon betrachten, wenn etwa die Band FREIWILD aus Südtirol mit einem Sänger aufwartet und ohne viel Umschweife als dem Anschein nach geläuterte Neonazis in allen Medien „Heimatstreue“ und derlei völkisch anheimelnde, reaktionäre Welt- und Wertvorstellungen verbreiten können ohne den Vergleich zu bsp.einer Neonazibande zu ziehen die als einen „Reichsanschluß“ herbeibomben wollende wohl (militär)geheimdienstlich geführte Gruppe später tot in einem Hotel in der Schweiz aufgefunden wurden. Dabei ging es nach einigen Anschlägen durch diese Neonazis wohl auch um Waffenhandel,womit FREIWILD sozusagen „die Barschels der Hitparade“genannt werden könnten.

Der Rückgriff auf die faschistischen NATO-Terroristen als über Jahrzehnte aktive Konterguerilla liegt allzu nahe betrachtet man die Verwobenheit des „NSU“ mit bsp.dem gar als „Heimatschutz“ firmierenden VS-durchsetzten Neonazinetzwerk, und die Frage ob diese sich wohl in direktem Einvernehmen mit dem namensgleichlautenden US-Ministerium danach benannten erübrigte sich dahingehend zumindest als polemische Verächtlichmachung welche als logische Antwort folge:
Es ist unerheblich. Zielsetzung und Zweckmäßigkeit dieser Umtriebe scheinen Tradition zu sein.

Dennoch ist die Vorgehensweise des „NSU“ abseits der genannten „Strategie der Spannung“ zu verorten, auch wenn die rassistische Hetze gegen die Opfer und die Repression durch Behörden einen entsprechenden Wirkungsgrad hatte der dem Schema nach vergleichbare Elemente innehat. Eher ist von einem Zusammenschluß der Neonazis auszugehen deren verübte Exekutionen den Organisierungsgrad illegaler Aufbaustrukturen hat festigen sollen die daraufhin erst in Frage kämen in international agierenden Söldnergruppen, Imperialistischem Krieg gen Osten sich anzudienen.

(Flucht)Helfershelferstrukturen für (deutsche) Neonazis durch Rassisten in Südafrika sind, in der Presse vage benannt als „Pläne“ und somit etwaige Etwaigkeiten, ganz sicher vorhanden und als Ausbildungs- und Rückzugsort bestimmt wohl der „Platz an der Schwarzen Sonne“ der Neonazis. Wenn aber Schlagersänger Heino, der im 70er Jahre Südafrika deutsche Volkslieder vor Buren sang oder Boris Becker welcher das weltweite Boykott gegen den Apartheitsstaat als Sportler brach nun während FREIWILD im Radio läuft die Nachrichtenspalten füllen, wen sollte es auch interessieren?

Die Normalisierung eines solchen Alltagsrassismus zielt eben nicht auf „Spannung“ sondern viel eher auf Konformität innerhalb immer enger werdenden Mustern „wehrfähiges“ Verhalten an den Tag zu legen und einer Gesellschaft einzuimpfen Kriegsbereitschaft erfordere Opferungswillen der über die sterbengelassenen Mittelmehrflüchtlinge oder die Toten an den Ostgrenzen hinausgeht: Kapitalismus-innereigenen Kriegswillen als die generelle Bereitschaft dazu überhaupt, als die, jene Generalmobilmachung des Großdeutschland der kriegerischen Annektion der Ostgebiete auf welche das (deutsche) Kapital in aller massenmörderischen Verelendungskonzeption aus ist in einen Alltag einzubetten in dem die Opfer bsp.rassistischer Gewalt die Schuld bei sich selber suchen wie es seit Umkehrung des Grundsatzverdachts im Zuge der Hetze zu Lübeck langfristig erwirkt wurde, dass die Opfer der Verdächtigung ihrer als Täter schuldig sind und damit schuldig des Geschehens auch.

Der Film zum Thema, „Aus dem Nichts“ eröffnet über eine fiktive Handlung Handlungsfähigkeit.
Wie lange also noch ist es bis zum anzunehmenden „deutsch-türkischen Pogrom“ im „NaziKiez“ in Dortmund-Dorstfeld hin ? „Mutmaßen“, den Mut dazu sich abzumaßgeblichen dies zu benennen, dass ohne Zweifel und ohne Beleg oder Beweis dafür, davon mit an Sicherheit nicht nur grenzender Wahrscheinlichkeit auszugehen ist: Der dortige „NSU“Mordanschlag muß als Aktion der lokalen Neonaziszene betrachtet werden. Es war nicht der erste, nicht einzige Mord: Einunddieselben Viele.
Diane Kruger kann,sollte, m.E. „Hervorragende Leistungen im Sozialistischen Wettbewerb“(DDR) geltend machen, bereits „Inglorious“ zielsicher und nun umso politischer sich positioniert zu haben in einer Situation, Gesellschaftlichen Lage jahreandauernder, täglicher Überfälle, Brandstiftungen und Morde: Deren Benennung allein bereits führt ins gesellschaftliche Abseits der Indiskutabilität und, mitunter,endet nicht auf der Todeslisten der Neonazis sondern der Krankenhaus-Notaufnahme.

Der Film bei Wikipedia

NATO-Terroristen bei Wikipedia

Buch aus der Reihe Antifaschistischer Texte zum Thema
  (von Phosphory_Tryptamin)
Phosphory_Tryptamin






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