Gluecifer, Duitse Herder (Support)
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Nachdem ich kurzfristig nochmal einen Tag von der Arbeit frei bekommen hatte, stand dem Gluecifer-Abschiedskonzert nichts mehr im Wege. Ich machte mich also pünktlich auf den Weg und war 20:30 Uhr vor den Toren der Fabrik, wo sich auch schon eine Menschentraube gebildet hatte. Punkt 21 Uhr sollte es eigentlich losgehen, aber da wurde gerade aufgemacht. Egal, ich hatte ja Zeit. Also noch mal eben 'ne Karte geholt, nicht ganz billig mit 18 Euro, aber noch erheblich billiger als andere Künstler und bei dieser Band musste ich unbedingt dabei sein.
Als Vorgruppe wurde nur angegeben Special Guest und ich habe bis heute nicht den Namen dieser Gruppe rausgefunden. Nun auf jeden Fall war es ganz klar Rock'n Roll a là Motörhead, ganz nett, aber auch nichts weltbewegendes. Auf jeden Fall sind mir noch am meisten die beiden Sängerinnen im Gedächtnis geblieben, eine mit langen schwarzen Haaren und die andere mit langen blonden Dreadlocks bis zum Arsch. Immerzu mussten sie irgendwie den "Stinkefinger" zum Publikum machen, was wohl aber eher zu ihren Botschaften gehörte (habe die Texte nicht ganz verstanden). Bei einem Song sprang die schwarzhaarige Sängerin sogar ins Publikum um dort weiter zu singen. Nach gut 30 Minuten war das Spektakel dann auch schon wieder vorbei.
Nachdem dann eine gute halbe Stunde die Bühne für den Hauptact tauglich gemacht worden war, begann erstmal eine Diashow mit einer wehmütig anrührend passenden Musik "Farewell", passend zu der Abschiedstournee.
Nach diesem doch schon fast zu tränenrührenden Intro ging es aber direkt mächtig zur Sache, das Intro von der gleichnamigen Platte "Automatic Thrill" begann und schon wenige Sekunden später bretterten die wabernden Riffs einem um die Ohren.
Das Publikum lag Gluecifer vom ersten Ton an zu Füßen, vor der Bühne wurde gepogt und überall in der mittlerweile gut gefüllten Fabrik sah man Köpfe fliegen und wippen. Man konnte zwar deutlich sehen, dass die Zeit an den Norwegern nicht spurlos vorbeigegangen ist, Sänger Biff Malibu und Bassist Stu Manx tragen inzwischen kleine Plauzen vor sich her, doch das tat ihrer Show keinen Abbruch, denn sie gingen allesamt ab, was das Zeug hielt.
Das Set war ziemlich geil gemischt, die langweiligen Stücke wurden ignoriert und es gab durchwegs nur Kracher die live noch einen Tick geiler gespielt wurden als sonst. Es schien ja sogar fast so als gaben sie zum Abschied nochmal alles, was sie sich in den letzten Jahren aufgespart hatten. Selbst die sehr sehr geilen Raritäten wie "Garry O'Kane" oder "Shitty City" wurden zum Besten gegeben.
Nach 1 1/2 Stunden verabschiedete sich die Band das erste Mal doch nach ein paar Minuten frenetischen Zugaben-Forderungen ging es dann auch gleich weiter mit dem geilen "Bossheaded".
Nach zwei weiteren Zugaben und ein letztes Mal "Easy living" war es dann aber auch schon wieder vorbei, begeistert aber auch ein wenig ernüchtert aufgrund der Tatsache, dass es wohl das letzte Gluecifer-Konzert in meinem Leben gewesen sein wird, machte ich mich auf den Weg nach Hause.
Schade für alle die diese Band verpasst haben, gerade an diesem Abend hat sich wieder einmal gezeigt, wofür Rock'n Roll steht.