Knochenfabrik

Ort: Flugplatz Schwarze Heide, Hünxe, Datum: 12.06.2011

An was wir uns noch erinnern können:

Du bist New-York-City, Dirk sitzt in Seattle und wir in Wanne-Eickel. Schöner Bahnhof!

… aber wir müssen weiter. Ziel: Feldhausen. Dort angekommen ist der versprochene Shuttlebus als einziges zivilisatorisches Merkmal leicht auszumachen. Die Fährfrau verlangt nach alter Tradition zwei Münzen, ärgerlich!

- Aus Scham überspringen wir die nächsten 15 Minuten. -

Auf dem Parkplatz des Festivals angekommen, beleidigt uns ein gut aussehender junger Mann im vorbeigehen. Die einzig angemessene Reaktion: Anstoßen, kurzer Plausch. Zwei Minuten später stehen wir an der Kasse. Nachvollziehbar: Um das Gelände betreten zu dürfen, müssen wir uns Mülltüten kaufen. Fünf Euro! Hätten wir das gewusst, hätten wir sie gleich angezogen.

Auf dem Festivalgelände schieben heitere Menschen palettenweise Dosenbier umher, ab und zu glimmt ein Grill auf. So weit, so Festival.

Das Gelände ist überschaubar, geschätzte 4000 Menschen. Entsprechend der Attitüde sind die Frisuren bunt und die Klamotten fetzig.

Auf der Wiese vor der Bühne sind die Blümchen platt getreten, stört aber keinen. Man betrinkt sich gemütlich und die hart gesottenen pogen bereits um drei. So verbringen wir – gut angepasst – in freudiger Erwartung die nächsten zwei Stunden. Nach der besinnlichen Hochzeitsgeschichte eines Jung-Punker-Pärchens stürmt Knochenfabrik auf die Bühne. Stürmen? Äh … schlendern. Böse Zungen munkeln, Claus Lüer hätte nun endlich eine Verhaltenstherapie begonnen. Obwohl die alten Männer einen überraschend aufgeräumten Eindruck machen, kommt der Krach ordentlich rüber. Zu Recht werden sie euphorisch gefeiert. Wir werden niedergetreten, geschlagen und wieder aufgehoben. Was für ein Spaß!

Die Kapelle spielt gute Nummern, auch Abseits der erwarteten Klassiker, wie „Die Tochter vom Nachbarn“ und „Du bist so anders“. Gefehlt hat uns: „Die the Mick Joggers“. Aber was soll das! Geiles Konzert!

So weit werden unsere Erwartungen erfüllt. Allerdings: Knochenfabrik hat den breit angekündigten Release ihrer neuen Platte verpatzt. Das ist insofern tragisch, als dass man – natürlich – die Texte der neuen Songs nicht verstehen konnte. Eine Erinnerungsbeigabe wäre famos gewesen. Wir verzeihen gönnerhaft.
Alles in allem wurden wir tatsächlich sehr liebevoll umhergeprügelt. Der Umgang miteinander war abgefuckt liebevoll!

Tommyhanneswelkstef.

PS: Die Bahnverbindungen sind echt scheiße. Bleibt bloß zwei Tage da!

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