TITTEMANIA Open-Air Festival 2007

Ort: Sportplatz, Dalhausen, Datum: 07.07.2007

Das Tittemania wird langsam erwachsen. Mit 4 Jahren ist es bereits aus der oralen Phase raus, was in diesem Fall heißt, dass dieses Jahr mit "Montreal", den "Bad Nenndorf Boys" sowie der "Sondaschule" 3 Bands verpflichtet werden konnten, die das Prädikat "Headliner" wahrhaft verdient haben.

Also ab ins Auto und auf ins schöne Dallhausen, wo das Spektakel "traditionell" auf dem Sportplatz stattfinden sollte, und erste Blicke zum Himmel ließen eigentlich noch hoffen. Aber man sollte später noch eines Besseren belehrt werden.

Aber alles der Reihe nach. Zum Aufwärmen erstmal 'ne Pommes von Ede von Edes Grillimbiss (*sabber*) geholt, bevor man sich dann den Opener "Tense" noch mit etwas Distanz zur Bühne anschaute. Klang alles sehr experimentell was man so zu hören bekam, so mit Geigenstab über die Gitarre und so'n Kram. Also nicht wirklich was für den Punkrocker von Welt aber für den "Prolog" ok.

Danach dann "Selfmade", wovon ich aber nicht viel mitbekommen hab, da ich irgendwie anderswertig beschäftigt war. Was ich so nebenbei mitbekommen hab, war ganz ordentlich, aber vom Hocker gerissen hat's mich auch nicht. Ist wohl eher was für "Musikqualitätsnazis".

Selfmade waren dann auch irgendwann durch und es sollte das erste Highlight des Tages folgen. Die "Scunks", feinster Punkrock aus Warburg und Umgebung, enterten die Bühne. Es ging rasant los und erste Pits bildeten sich vor der Bühne. Die Band zog das Tempo weiter an und wusste mit ihrer gekonnten Mischung aus schnellem Punkrock und vielerseits ernsten und emotionalen Texten zu begeistern. Zum Schluss gab's dann noch ein "Brohymn" - Cover von Pennywise, was den super Auftritt zu einem mitgröhl-lastigen Ende brachte. Ich denke von denen wird man in Zukunft noch mehr hören.

Lange Ausruhen war aber nicht angesagt denn jetzt waren "Wolam" an der Reihe. Eigentlich bin ich ja nicht so der Fan von Britpop-Indie-Musik oder wie sich das schimpft, aber Wolam schau' ich mir persönlich doch immer wieder gerne an. Und ich wurde nicht enttäuscht. Alles stimmte, inklusive Bühnenoutfit und Gitarren. Coole Sache. Ab zu Ede Pommes essen.

Der nächste Hauptakteur war eigentlich auf keinem Flyer vermerkt, aber sorgte doch am meisten für Aufruhe. Petrus öffnete alle Schleusen, so dass sich die Wiese innerhalb weniger Minuten in ein einziges Schlammbad verwandelte. Herrlich.

"Pull a star trip" fingen dann mit etwas Verzögerung an und boten sowas ähnliches wie "Donots" nur mit Akustik–Klampfen. Aber zu der Zeit waren die meisten mehr mit dem wieder trocken werden beschäftigt. Ich zählte auch dazu und bekam also nur so ein paar Stücke von ihnen mit. Man sagte mir aber später, dass sie ganz gut gewesen wären.

Als man dann wieder einigermaßen trocken war, kam dann auch schon mit "Montreal" der erste Headliner. Sie wurden wegen der Verzögerung nach vorne gezogen, weil sie am selbem Abend noch weiter mussten. Der Stimmung war das aber nur förderlich. Super Show, coole Lieder und jede Menge Entertainment ... "I wish Max Power rules the world ".

"Kuya Lu" ersparte ich mir danach bewusst, denn die beiden letzten Bands sollten noch einiges an Energie kosten. Als Kuya Lu endlich fertig waren, dämmerte es auch schon langsam und der Regen stellte sich ein. Die "Bad Nenndorf Boys" gaben dann den Startschuss für ein Finale der Extraklasse. Ska war angesagt und auch der größte Tanzmuffel bekam nun erste Zuckungen in den Beinen. Ab durch den Matsch und Party non stop hieß es von nun an. Die Stimmung war am Kochen als die Bad Nenndorfer die Bühne verließen und man war bereit für den Unterricht in der Sonderschule.

Im gewohnt modebewussten Outfits betrat der Lehrkörper dann auch den Klassenraum und vor der Bühne gab es kein Halten mehr. Fächer wie Drogenkonsum, Hippimädchen und Tiefkühlspeisen standen genauso wie Menstuationsprobleme bei Männern auf dem Stundenplan. Der ganze Dreck war spätestens jetzt sowieso jedem egal und wohin man schaute wurde das Tanzbein geschwungen. Ein würdiger Abschluss also. Als es dann zu Ende war, war auch für mich der Tag gelaufen. Es schlaucht ganz schön, aber nächstes Jahr auf jeden Fall wieder. Nochmal eben bei Ede 'ne Pommes gegessen und dann ab ins Auto und wieder heimwärts.

P.S.: Neben den Veranstaltern spreche ich besonders den zwei Typen, die sich den ganzen Tag vor der Bühne halbnackt im Schlamm gewälzt haben meinen Respekt für ihr penetrantes Durchhaltevermögen aus.

Link zum Festival   (von SpicyMcTrilo)
SpicyMcTrilo


(Diese Seite ist Teil von Abgefuckt liebt Dich)