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Wir sind jung - Wir sind stark! ( Burhan Qurbani )

Veröffentlichung: 22.01.2015, Medium: Film

24. August 1992 Rostock Lichtenhagen.
Das Thema ist klar. Der Film zeigt die Situation nach der Wende in der zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber der Hansestadt Rostock aus verschiedenen Perspektiven. Die frustrierte Jugend, die ratlose Lokalpolitik, die verängstigten Flüchtlinge.

Der Film ist in schwarz-weiß, kombiniert mit einer nicht perfekten aber abwechslungsreichen Kameraführung wirkt alles noch realer. Die Charaktere gefühlt aus dem Leben genommen. Viele verschiedene Gefühle kann man nachspühren. Spannung, Angst und vor allem Hass auf das, was passiert ist. Viele Details sind sehr schön, klein aber fein im Hintergrund versteckt. Namen sind verändert, um niemanden vor die Füße zu scheissen. Dennoch verliert die Geschichte den Bezug nicht. Als Rostocker stört mich leider, dass nicht die tatsächliche Stadt, geschweige denn das Originalgebäude gezeigt wurden. Das war nämlich tatsächlich um einiges größer, höher, länger und die Situation der Flüchtlinge extremer. Nix mit kleinem Hinterhof.

Ob der Mob und die Polizeiaktionen tatsachentreu gespielt worden sind kann ich nicht sagen, war zu dem Zeitpunkt noch nicht stubenrein. Für viele Rostocker ist das Thema ausgelutscht, dennoch sind die Vorführungen hier fast immer ausverkauft und durch Pegida wieder aktuell.

Lohnenswerter Streifen, meist nicht im Mainstreamkino zu sehen.

Filmseite mit Trailer

Rostocker LiWu
 






 bengalo_strasenkind schrieb am 22.08.2016 um 17:05 Uhr:
Ich werd mir den auf jeden fall mal anschauen. Danke für den Tip :)

 Halbhirn schrieb am 13.03.2016 um 08:43 Uhr:
Hab mir dem Film angeschaut und würde dem Film nicht so viel Bedeutung beimessen und eher das Prädikat "nicht sehenswert" verpassen. Leider werden mit zu vielen Stereotypen gespielt, dadurch verliert der Film etwas an Authentizität, in dem Film werden einfach pauschal alle "angreifenden, bejubelnden" Personen als Rechtsradikal hingestellt. Wodurch nicht klar gemacht wird, das dort auch ein Teil der Mitte der Gesellschaft stand und den Mob angefeuert hat.
Dann unterschwellig den Juden mit dem Friseurjungen reingebracht, der natürlich ein Hakenkreuz rasiert bekommt. Finde den Film wirklich eher fragwürdig.

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